Torven Hartz

Erklärung vor der Stadtvertretung
17.5.2011

Frei nach Berthold Brecht

Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen oder einen in eine schlechte Wohnung stecken…



Vor gut zwei Wochen habe ich den Hauptausschuss auf Missstände im großen Karl unter dessen Eigentümer, Gerd Thormählen, hingewiesen. Wie nun zu hören war, hat dieser Hinweis, bzw. zuvor auch schon ein Hinweis unseres Feuerwehrführers, Thomas Schwedas, bereits erste Konsequenzen bewirkt. Soweit so gut – aber zunächst nichts weiter als ein winziger Tropfen auf einen riesigen Stein.

In der Zwischenzeit habe ich mich weiter in die Thematik eingearbeitet – ich habe sämtliche ehemaligen Objekte Thormählens in unseren Allianzstädten Wedel, Uetersen, Elmshorn und Itzehoe besucht. Ich habe mit vielen Anwohnern und Beteiligten dort gesprochen und die jeweiligen Hergänge recherchiert.

Ich habe aber vor allem auch mit diversen Leuten gesprochen, die während des gesamten Kampfes gegen Herrn Thormählen auch Kaltenkirchen und dessen Rolle von aussen erlebt haben. Und was ich mir dabei anhören musste, ist alles andere als schmeichelhaft.

Ich habe mittlerweile erfahren, dass es für unsere Stadt zur passenden Zeit die Gelegenheit, ja sogar die Aufforderung gegeben hat, an den Fortschritten Elmshorns Teil zu haben. Doch wir haben es nicht getan.

Ich habe mittlerweile erfahren, dass es sogar einzig Kaltenkirchen war, welches sich aus dem gemeinsamen Vorgehen gegen Herrn Thormählen verabschiedet hat und diesen unverständlicherweise fortan unbehelligt ließ.

In der Zwischenzeit wandelten sich die Thormählen - Ghettos in den übrigen Gemeinden zum Teil in neuwertige und moderne Wohnquartiere.

Je mehr Details ich über die Rolle und das offensichtliche Versagen Kaltenkirchens erfahre, umso mehr möchte ich am liebsten schamviolett im Boden versinken.
Das vor allem vor dem Hintergrund, dass es all die Jahre die Menschen im großen Karl waren und immer noch sind, die darunter leiden. Das tut mir unendlich leid.

Der große Karl gehört zu Kaltenkirchen. Es ist an uns, ihn wieder zu dem Wahrzeichen der Stadt auferstehen zu lassen, das er einst war.
Noch viel mehr gehören aber die Bewohner des Hauses zu Kaltenkirchen.
Sie sind uns mit ihrem Schicksal in Vergessenheit geraten und das ist eine Schmach.

Wir sind es ihnen schuldig, uns um Wiedergutmachung für unsere Untätigkeit zu bemühen, und ihnen Sicherheit und Zuversicht in der Mitte unserer Gemeinschaft zu geben.

Dafür ist nun ein jeder aufgefordert, für die Menschen des großen Karls die Vision einer positiven Zukunft zu wagen. Jetzt gilt es anzupacken!


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Ihr Stadtvertreter für Kaltenkirchen


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