Torven Hartz

Neuer Artikel


In einer normalen Wahl ringen verschiedene Kandidaten um die Zustimmung der Wähler. Sie benötigen möglichst viele - und am besten die meisten Stimmen, um die Wahl zu gewinnen. Dazu muss man die vielbeschworene Politikverdrossenheit der Bürger aufbrechen und sie für sich einnehmen. Ein Kandidat wird also mit allen Kräften versuchen, Interesse für sich zu wecken. Egal wie wenig Interesse der Bürger am Ende aufgebracht hat, die Mehrheit bestimmt dennoch den Sieger der Wahl.


Eine Abwahl ist nun aber keine normale Wahl, sondern ein Bürgerentscheid. Und anders als bei einer normalen Wahl, muss bei einem Bürgerentscheid ein gewisses Mindestinteresse vom Bürger aufgebracht werden. Wird dieses nicht erreicht, dann scheitert der Bürgerentscheid.
So gesehen kann man also eine Abwahl „gewinnen“ (überstehen), indem man genau das Gegenteil dessen tut, was ein Kandidat in einer Wahl zu tun hätte. Man „gewinnt“, wenn sich zu wenige interessieren oder aus anderen Gründen einfach nicht zur Wahl gehen.


Nun haben wir Stadtvertreter alles daran gesetzt, sämtliche Bürger der Stadt mit Argumenten zu überzeugen, warum sie für die Abwahl stimmen sollten. Wir haben Internetangebote geschaffen und gepflegt, Briefe geschrieben, Presseartikel befördert, Interviews gegeben, Wurfzettel verteilt, Infostände gehalten und Anzeigen gestaltet. Wir waren als große Gruppe „der Kandidat“ für unsere Stadt und haben um Ihre Zustimmung zu unser aller Anliegen geworben, denn die Stadt braucht Ihre Zustimmung, damit sie gewinnen kann.


Nicht so Stefan Sünwoldt. Von ihm gab es keine Wurfzettel und keine Anzeigen. Es gab keine Infostände und wenn wir ihm doch einmal in der Öffentlichkeit begegneten, so war er schnell verschwunden, sobald man ihn direkt zur Rede stellen wollte. Bloß nicht auffallen war die Devise, denn Stefan Sünwoldt wusste ganz genau, dass er keine Mehrheit gegen seine Abwahl erreichen würde. Insofern hat er nicht um Zustimmung geworben, sondern auf die Ablehnung der Wahl spekuliert – nur das Desinteresse der Bürger kann ihn noch retten.


„Wahlen gewinnen durch das Wecken von Politikverdrossenheit“ ist das Konzept und zugleich ein wahrlich perfider Verrat an unserer Demokratie. Der geballten Flut an Argumenten der Befürworter wurde begegnet durch massenhafte Desinformation auf Nebenschauplätzen. Die Diskreditierung von Personen weg von der Sache bringt die meisten Menschen dazu, sich angewidert abzuwenden. Also hat man sich dieser Strategie bedient, um die Menschen genau dazu zu bringen – eben sich abzuwenden und nicht wählen zu gehen. Misstrauen und Verdruss über eine ganze Stadt zu streuen, war die letzten Wochen offensichtlich ein probates Mittel für Stefan Sünwoldt, um seinen Posten zu bewahren. Er tat also genau das Gegenteil dessen, was doch eigentlich Inhalt und Zweck dieses Postens ist!

Vor diesem Hintergrund macht beispielsweise auch der folgende Leserbrief von Sünwoldts SPD- und Wahlkampfkollegen Gerhard Braas Sinn. Lesen Sie selbst noch einmal:

Der Kaltenkirchener Seniorenbeirat hatte darauf hingewiesen, dass viele ältere Bürgerinnen und Mitbürger keinen Computer besitzen und somit keinen Zugriff auf die Homepage des Bürgermeisters haben. Diese Anregung hat Stefan Sünwoldt unmittelbar aufgegriffen. Wer keinen Internetanschluss besitzt, bekommt die Stellungnahme des Bürgermeisters in schriftlicher Form zugestellt. Ein Anruf unter Kaltenkirchener Telefonnummer 952 99 35 genügt. Stefan Sünwoldt hat hierfür extra eine kleine Broschüre vorbereitet, in der seine Klarstellungen, Antworten und Argumente zu den Vorwürfen der Abwahlbefürworter zusammengestellt sind. Darüber hinaus sind die Argumente auch auf der Homepage des Bürgermeisters unter www.stefan-sünwoldt.de nachzulesen.
Von einem „konsequenten Schweigen“ des Bürgermeisters kann überhaupt keine Rede sein. Es wird deutlich, dass für eine Abwahl keine inhaltlichen und stichhaltigen Gründe vorliegen. Die von den Abwahlbefürwortern beklagte „riesige, negative Dunstglocke“ über Kaltenkirchen ist vielmehr Resultat ihrer eigenen öffentlich verbreiteten Dunstwolken aus gezielten Fehlinformationen.

Gerhard Braas, Kaltenkirchen



Was vordergründig der Beweis dafür sein soll, dass Herr Sünwoldt um Zustimmung für sich bemüht ist, liest sich nun zwischen den Zeilen doch ganz anders, oder?
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viel Zeit es bedürfte, wenn 15.777 Wahlberechtigte bei Herrn Sünwoldt anriefen? Und können Sie sich vorstellen, wie lange das persönliche Zustellen dieser Brochure dauern würde?
Die Abfahlbeführworter haben über 70 engagierte Helfer mobilisiert, allein nur um die Wurfzettel zu verteilen – ein riesiger Aufwand – und dennoch gibt es sicherlich den ein oder anderen Briefkasten, der nicht erwischt wurde.
Hier wird die Erklärung konstruiert, es sei an alle gedacht in der gleichzeitigen Gewissheit, dass die Erklärung dabei möglichst keine „schlafenden Hunde“ weckt.

Nun stellt sich die Frage an alle Bürger Kaltenkirchens, ob sie es mittragen wollen, dass ein demokratischer Entscheid durch Vermeidung von Demokratie für den Bürgermeister entschieden werden soll. Wer sich am Sonntag nicht entscheidet, der unterstützt automatisch Stefan Sünwoldt. Es gibt keine Chance bei diesem Entscheid, sich herauszuhalten.

Also gehen Sie bitte wählen! Sprechen Sie Ihre Nachbarn an, ebenfalls zur Wahl zu gehen. Überzeugen Sie Ihre Kinder und Verwandten über 16 Jahren, ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Und wenn am Ende doch eine Mehrheit für den Bürgermeister gestimmt haben sollte, dann ist das dann eben so. Aber lassen Sie sich nicht den Vorwurf machen, dass er nur deswegen bleibt, weil er Sie zur Abkehr von Ihrem Wahlrecht gebracht hat!

Nun ist es an Ihnen allen - Quo vadis Kaltenkirchen?



Druckversion Druckversion 

Ihr Stadtvertreter für Kaltenkirchen


TERMINE

Keine aktuellen Termine.» Übersicht

Links zum Kitarecht


Auf Facebook