Torven Hartz

Die ganze Wahrheit zum großen Karl

Am Ostermontag nutzte ich einmal die Gelegenheit, mir die Erweiterung des neuen Spielplatzes am großen Karl anzuschauen. Welch ein Kontrast doch die neue Edelstahlrahmung des Kleinspielfeldes zu dem völlig verwitterten Hochhaus im Hintergrund bot. Dass der ehemals so stolze große Karl über die Jahre immer mehr zu einem Schandfleck verkommen ist, kann nun keinem Kaltenkirchener entgangen sein. Wo ich aber nun schon einmal vor Ort war, habe ich auch die Gelegenheit wahrgenommen, mir den großen Karl nach vielen, vielen Jahren wieder einmal von innen anzusehen.

Schon auf dem Weg zum Haus fiel sofort die stark beschädigte Zuwegung samt scharfkantig abgerissener Bake ins Auge. Fast acht Zentimeter ragen ihre Reste stumpf aus dem Boden und man mag nur hoffen, dass hier nicht einmal Jemand unglücklich stürzt. Doch was sich dann im Treppenhaus für Eindrücke boten, hätte kurz zuvor noch mein Vorstellungsvermögen für ein Wohnquartier in unserer Stadt über das Denkbare hinweg strapaziert.

Da ich keine Kamera dabei hatte, war ich nun jüngst erneut mit meiner Lebensgefährtin im großen Karl, um im Bild festzuhalten, was man besser einmal live gesehen haben sollte – bzw. gerochen – denn nach Durchschreiten der nicht mehr funktionstüchtigen Eingangstür schlägt uns im Treppenhaus zunächst der Geruch von Urin und Abfällen entgegen. Die Quelle des Abfallgeruchs ist schnell ausgemacht: Im Artrium des Treppenhauses stapeln sich Haushaltsabfälle. Spuren rund um diesen Müll weisen auf die Anwesenheit von Ratten hin.
Eine Treppe höher spielen und tollen Kinder.


Großflächige Ausschürfungen des Wandputzes, wie auch der gesamte Zustand des Treppenhauses schaffen Gewissheit, dass es hier seit Jahren keinerlei Reinigung, geschweige denn eine Instandhaltung gegeben hat. Dreck und Müll auf jeder Ebene.



In den völlig verdreckten und verstaubten Fanggittern des Treppenhausschachtes verrotten Bananenschalen neben sonstigem Abfall. Ob sie im Falle eines Falles noch halten würden, fordert Zweifel heraus. Die Feuerschutztüren zu den Laubengängen schließen nicht mehr, die Beschläge sind zum Teil völlig zerstört. Ein kleines Mädchen auf Inlinern hangelt sich am verbogenen und rostigen Geländer die Treppe nach unten – der Fahrstuhl in dem 13-Stockwerke hohen Gebäude tut keinen Muks.

Als wir die nächste Ebene erreichen, sehen wir dort, wo eben noch das kleine Mädchen nach Halt gesucht haben muss, dass gleich mehrere Stäbe des Geländers einfach fehlen. Dadurch klaffen ausreichend große Spalten im Geländer, dass selbst ein Erwachsener ohne jede Probleme hindurchpassen würde. Wir müssen gar nicht mehr weiter gehen, denn es ist klar, was hier los ist. Dass in unserem Kaltenkirchen Menschen heute unter solchen Bedingungen leben, macht beklommen. Dass hier im Jahre 2011 unter diesen Bedingungen Kinder aufwachsen, ist schlicht unerträglich.

Mein bisheriger Informationsstand als Stadtvertreter zum großen Karl war der, dass das Gebäude im Besitz eines Großvermieters ist, gegen dessen Eigentumsrechte wir eben als Gemeinde nicht viel ausrichten könnten.
Nur nach diesen Eindrücken muss ich gar kein Fachmann im Detail sein, um zu Hauf Unzulässigkeiten erkennen zu können. Hier muss einfach gegen den Vermieter vorgegangen werden. Also recherchierte ich ein wenig zum Eigentümer des großen Karl und stieß auf Erstaunliches:


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Ihr Stadtvertreter für Kaltenkirchen


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