Torven Hartz

Zur Abwahl von Stefan Sünwoldt
Marion Schildt zum Interview des Bürgermeisters in der Segeberger Zeitung




Und ich bin mir sicher: Die Abwahl wird gelingen
Marion Schildt
Marion Schildt

Ich habe fünf Jahre die Sitzungen mit Bürgermeister Sünwoldt erlebt und bis zum Schluss die Hoffnung gehegt, es könnte wieder so werden wie in den sieben Jahren zuvor. Mit Herrn Zobel haben wir in der Tat gestritten und um Lösungen gerungen. Dabei waren wir oft nicht einer Meinung und trotzdem war das Ergebnis immer unser gemeinsames Ergebnis. Darüber konnte man sich beim Feierabendbier auch immer gemeinsam freuen.

Sicher hat es auch in den vergangenen Jahren Ergebnisse gegeben. Aber selten hatten wir diese gemeinsam. Der Streit, der früher zur besten Lösung führte, führte unter Herrn Sünwoldt viel zu oft in die Spaltung.

Ich bin von den Bürgern gewählt. Und diese haben ein Recht darauf, dass die Stadtvertreterin, die sie gewählt haben, sie auch vertritt. Wir sind 27 verschiedene Stadtvertreter, die verschiedene Interessen von verschiedenen Bürgern zu vertreten haben. Es wird von uns erwartet, dass wir diese Interessen konstruktiv in einem Kompromiss unter einen Hut bekommen. Wenn dabei der Einzelne auch einmal mit dem Ergebnis nicht einverstanden sein sollte, so muss er es trotzdem ertragen. Doch Herr Sünwoldt hat damit offenbar Probleme und trägt seinen Unmut ständig in die Öffentlichkeit. Das ist die eigentliche Ursache des Problems. Er selbst gibt seine „dünnhäutigen Reaktionen“ ja auch zu und verbucht diese als „Ungeschicklichkeit“. ­Diese „Ungeschicklichkeiten“ haben mittlerweile das Verhältnis vollkommen zerrüttet.

Der Bürgermeister wurde gefragt, wie er sich fühlt, nachdem er vom Dienst frei gestellt wurde. Ich kann Ihnen ja einmal erzählen, wie ich mich fühle:
Es ist Frühling und ich kann ihn nicht richtig fühlen. Es ist, als wenn über unserer schönen Kleinstadt Kaltenkirchen eine riesige, negative Dunstglocke liegt. Kaltenkirchen hat sich unter dieser Situation gespalten.
Ich habe geglaubt, ein Ehrenamt zu bekleiden, das meine Wähler wertschätzen. Sicher habe ich mich auch schon bei Entscheidungen geirrt, die ich mitgetragen habe. Doch jetzt macht es mich nachdenklich, weshalb ich öffentlich als selbstverliebte, überhebliche Möchtegern-Politikerin bezeichnet werde.
Ich liebe meine Familie, die Enkelkinder und Kinder die zum Teil auch Ehrenämter bekleiden. Ich habe sie gelehrt, dass Selbstlosigkeit für die Gemeinschaft ihnen Wertschätzung einbringen wird. Doch was soll ich Ihnen nun noch erzählen, wenn ich selbst für mein eigenes Engagement nun derart gescholten werde.
Ist man deshalb selbstverliebt oder überheblich, wenn man sein Wählervotum ernst nimmt und sich die Lebenszeit verkürzt durch endlos zähe Sitzungsabende? Mein Tagesablauf richtet sich nach Terminen, die jeden Tag aufs Neue im Rathaus in meinem Postfach liegen.
Ein durch Steuergeld bezahlter Möchtegern soll ich sein. Die Aufwandsentschädigung für meine Arbeit bedeuten ca. zwei Euro pro Stunde.

Zumal ich mich frage, warum glauben die Bürger mir nicht, dass ich auch die ganzen Bedenken, die sie haben, auch selbst gehabt habe. Und trotzdem bin ich zu dem Entschluss gekommen: Was so zerrüttet ist, welche Ursachen es auch immer waren, die Wirkung ist jetzt riesengroß und muss ein Ende haben.
Die Studienrätin Frau Zehe Schlüter befürchtete bereits zur Eröffnung des Abwahlverfahrens, dass die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister in dem Fall, dass dieser nicht abgewählt wird, nicht von Vorteil für die Stadt Kaltenkirchen ist.
Damit würde sie Recht behalten, denn wie wird sich eine Ehe fortsetzen, die geschieden sein will aber nicht geschieden wird?

Ich selbst habe keine Homepage und nicht einmal eine eigene Emailadresse. Ich bin froh darüber. Auch ich lasse mir berichten und ausdrucken, was alles geschrieben wird. Ich hatte bis heute die Hoffnung, dass der offene Brief beantwortet wird. Das war bisher nicht der Fall. Stattdessen wird mir sogar unterstellt, dass meine Fragen nicht ernsthaft wären. Es geht um unsere Stadt, um mein geliebtes Kaltenkirchen, für das ich über Jahrzehnte gestritten habe, in dem ich seit 41 Jahren wohne – um meinen Lebensmittelpunkt, um meine Heimat. Will man wirklich anzweifeln, dass es mir damit nicht ernst wäre?

Sie, Herr Sünwoldt, beklagen das Fehlen eines direkten Dialoges mit mir. Ja was haben wir denn in den unzähligen Sitzungen der vergangenen Jahre gemacht? Und nicht nur dort, denn wir hatten sogar mehrfach Vier-Augen-Gespräche, leider ohne jeglichen Erfolg. So etwas erschüttert natürlich jegliches Vertrauen, wie auch so manches sonstige Verhalten von Ihnen.

Aktuell zum Beispiel sagen Sie, Sie machen keine Hausbesuche. Ich finde es sehr bedenklich, dass Sie das Eiscafe Herrn Barkowskys in Begleitung der Presse betreten, von dem Sie sich denken können, dass er nicht sehr erfreut ist über Ihren Besuch und ihm die Hand reichen. Die Hand zu reichen, finde ich im Prinzip immer gut. Nur lassen Sie diese Geste von der Presse im Foto festhalten. DAS sind für mich unlautere Methoden, denn ich zweifle an, dass das ehrlich gemeint war.

Es ist genau diese Art des Verhaltens, die meine Arbeit als Stadtvertreterin mit Ihnen natürlich immer freudloser werden ließ.
Dennoch werde ich mein Mandat als Stadtvertreterin bis 2013 weiterhin ausüben, auch wenn wir wieder zusammen arbeiten müssten. Aber dazu wird es nicht kommen! Denn so wie es mir ernst ist mit unserer Stadt, so bin ich fest davon überzeugt, dass es auch den sonstigen Bürgern ernst ist mit unserem Kaltenkirchen.

Deswegen wird die Abwahl am 8. Mai natürlich gelingen.

Marion Schildt
Stadtvertreterin


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Ihr Stadtvertreter für Kaltenkirchen


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