Torven Hartz

Zur Abwahl von Stefan Sünwoldt
Sünwoldts Stellungnahme zur Marschweghalle

Die Kursiv gestellten Textteile geben die Stellungnahme von Herrn Sünwoldt wieder:

Die Sanierung des Daches der Sporthalle am Marschweg stellte die Verwaltung vor besondere Herausforderungen. Wie allseits bekannt ist, sind Flachdächer bei Gebäuden die allgemeinen Schwachstellen – sie neigen zu Leckagen. So ist es auch in Kaltenkirchen.
Das sanierungsbedürftige Dach leckte seit rund 20 Jahren so stark, dass der Sportbetrieb in der Halle durch häufiges Aufstellen von Eimern inmitten der Sportflächen schon sehr lange behindert wurde. Ärger mit den Nutzern war daher an der Tagesordnung.
Im Jahre 2007 beschloss die Stadtvertretung daher, das Dach ein weiteres Mal zu sanieren. Aus Kostengründen war jedoch nur eine Teilsanierung vorgesehen.


Nein – beauftragt war die Verwaltung mit einer grundlegenden Sanierung, da man nicht mehr weiter nur flicken wollte. Die Verwaltung hat nach vermeintlicher Prüfung des Sanierungsaufwandes dann der Politik einen Beschlussvorschlag vorgelegt, der 380.000 Euro für die Maßnahme veranschlagte – an sich schon eine Menge Geld – auch verglichen mit den Summen, die in den Jahren zuvor für Flickarbeiten eingesetzt wurden und nie überhaupt nur in den sechsstelligen Eurobereich kamen. Insofern konnte für die Politik natürlich auch nicht ersichtlich sein, dass die Verwaltung für die Aufgabe keine hinreichende Bestandsaufnahme des Gebäudezustandes hat vornehmen lassen und sogar ganze Teile der Konstruktion (die vollgesogene Zwischendecke, der Zustand der Betonelemente) schlichtweg vergessen wurden. Inwieweit diese Fehler hierbei durch den beauftragten Architekten verschuldet wurden, war im Nachhinein unerheblich, da mit diesem gar kein Vertrag geschlossen wurde, so dass man ihn hätte belangen können.

Wie man jedoch im Zuge der Sanierung erkannte, waren durch die wiederholten jahrelangen Flickarbeiten an der Dachhaut mehrere Lagen von Verklebungen entstanden, so dass eine zusammenhängende geschlossene Dichtung nicht mehr gewährleistet war. So wurde erst im Rahmen der vorgesehenen Flickarbeiten deutlich, dass entgegen der ursprünglichen Planung das gesamte Dach saniert werden musste.

Das ist falsch. Denn der ursprüngliche Auftrag war eben, das Dach nachhaltig instand zu setzen. Wenn die zugrundeliegende Planung der Verwaltung also erneut nur Flickschusterei vorsah (wohlgemerkt Flickschusterei für 380.000 Euro), so ist dies das Bekenntnis Herrn Sünwoldts, dass er den Auftrag der Stadtvertretung zu einer nachhaltigen Sanierung offenbar gar nicht umsetzen wollte.

Der Ablauf ist doch völlig klar: Die Politik möchte endlich eine dauerhaft intakte Marschweghalle und fragt die Verwaltung, was das kostet. Die Verwaltung prüft die Situation und veranschlagt zur Erfüllung der Aufgabe 380.000 Euro. Die Politik stellt diese Mittel bereit und beauftragt die Verwaltung mit der Durchführung der Maßnahme. Doch dann kommt eben heraus, dass die Expertise der Verwaltung, auf der die Politik entschieden hat, nicht hingehauen hat.


Diese komplette Flachdachsanierung ist mittlerweile abgeschlossen, so dass davon auszugehen ist, dass wir nunmehr eine Reihe von Jahren "Ruhe" mit diesem Dach haben. Mehr noch: Im Zuge der Komplettsanierung wurde zusätzlich eine Wärmedämmung eingebaut, die bei der Teilsanierung nicht vorgesehen war. Ich stelle somit fest, dass die ursprüngliche Reparaturplanung (Dachteilreparatur) von der letztendlichen Ausführung (Komplettsanierung inklusive Wärmedämmung) erheblich abweicht. Es versteht sich von selbst, dass die Mehrleistungen sich auch kostenmäßig zu Buche geschlagen haben.

Bei einer hinreichenden Bestandsaufnahme des Gebäudezustandes wäre die Rentabilität eines gänzlichen Neubaus zu prüfen gewesen. Eine neue Halle dieser Größenordnung liegt etwa in einer Größenordnung der Kosten von 2,5 Mio. Euro. Diese wäre womöglich wirtschaftlicher zu betreiben gewesen, als der Altbau. Dies hätte für mich angesichts des offenbar gewordenen Sanierungsumfanges auf jeden Fall in den Gremien diskutiert werden müssen. Denn 20% der Erstellungskosten als Erhaltungskosten einzusetzen ist plausibel. Wenn es aber schon Richtung 50% der Erstellungskosten geht, dann steht die Wirtschaftlichkeit des Objektes doch sehr deutlich in Frage.

Geradezu absurd erscheint es mir dabei nun, das unvorhergesehen teuer instandgesetzte Dach auf der ansonsten dennoch über 40 Jahre alten Halle als großartigen Gewinn für die Stadt darzustellen. Denn Bauart und Inventar dieser Halle sind dadurch nicht jünger geworden und auch weite Teile des Daches selbst sind auch nach der Sanierung nicht neuwertig. Die Marschweghalle bleibt damit immer noch die älteste Sporthalle der Stadt.


Sicherlich war der Weg zur endgültigen Sanierung von "Umwegen" und offenen Fragen gepflastert. Die Verantwortung hierfür liegt teilweise beim Architekten wie auch bei der Stadtverwaltung. Letztendlich hat eine Überprüfung durch das Gemeindeprüfungsamt sowie eine vom Ehrenamt initiierte anwaltliche Überprüfung ergeben, dass die Stadt sich bei dem Gesamtkomplex "Dachsanierung" keine Vorwürfe zu machen hat.

Das ist ebenso falsch. Der Prüfungsbericht führt diverse Fehlentscheidungen auf sowie das Fehlen eines Krisenmanagements.

Einen Grund zur Einleitung eines Abwahlverfahrens kann die in Rede stehende Flachdachsanierung daher nicht gesetzt haben, zumal der Vorgang auch schon Jahre zurückliegt.

Das ist das Prinzip „steter Tropfen höhlt den Stein“. Und die Marschweghalle gehört da sicherlich zu den größeren Tropfen. Letztlich hat es bis Februar dieses Jahres gebraucht, bis eine Zweidrittelmehrheit für das Abwahlverfahren zusammenkam.


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Ihr Stadtvertreter für Kaltenkirchen


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