Torven Hartz

16.9.2010
Das neue Asylbewerberheim - oder wie man am besten alles falsch macht!


Stellen Sie sich mal vor, Sie wären auf Wohnungssuche und bekämen ein Angebot für eine 15 qm große Wohnung zu einem Quadratmeterpreis von deutlich über 20 Euro. Interessiert?
Die Stadt Kaltenkirchen schlägt da in Zukunft beglückt zu und hält das offenbar für eine tolle Sache. So toll, dass die Stadt das ganze nicht nur mietet, sondern zu diesem Preis gleich mal baut.

Dafür legt man sich dann auch gerne mal auf 40 Jahre Abtrag fest, für die man von permanenter Vollbelegung und stabilen Landeszuschüssen ausgeht.
Was bekommen wir dafür? Eine Unterbringung für Asylbewerber, die sich an den heutigen Mindeststandards der Erstaufnahmelager des Landes orientiert. Viel Geld also für den geringst möglichen Komfort.

Mancher sagt, dass wir damit einen Wert geschaffen hätten – Ich sage, wir haben uns eine vollkommen unverkäufliche Immobilie samt aller Folgekosten ans Bein gebunden. Oder fällt Ihnen auf Anhieb ein potentieller Interessent für 12 Wohneinheiten ein, die 70% unter dem Wohnraumanspruch eines Hartz-IV Empfängers liegen?

Zu diesen Kosten ließe sich auch Wohnraum auf Hartz IV Niveau bereit stellen. Ich frage mich da schon, warum es so problematisch ist, dass Asylbewerber bei geringeren Kosten einen besseren Standart erhalten könnten? Und sollte „wider erwartend“ der Asylbewerberzustrom einmal wieder nachlassen, dann wäre da auf einmal Wohnraum in einem ausgesprochen gefragten Format vorhanden, der tatsächlich einen Marktwert darstellt.
Stattdessen haben wir in diesem Falle nun bessere Besenkammern mit Kochmöglichkeit.

Du bleibst draussen!
Du bleibst draussen!

Und eine weitere Chance wurde zudem verpasst! Denn wir machen weiterhin den eklatanten Fehler, diese Menschen mit ihrem farbenfrohen Mix an Herkunftskulturen auf engstem Raum zusammen zu pferchen – mit all den Problemen, die das nun mal naturgemäß mit sich bringt.


Besser wäre es gewesen, diese Menschen in angemieteten Wohnungen über das Stadtgebiet zu verteilen. Denn es wäre völlig unproblematisch, einzelne Personen in der Nachbarschaft zu integrieren. Doch wir bewahren die alten Mikroschmelztiegel am Stadtrand, von denen wir doch wissen, wie viel Sorgen sie uns immer wieder bereiten. Damit verpassen wir letztlich auch die Chance, diese Menschen so früh wie möglich in unsere Mitte zu nehmen.

Es ist also teuer, es bietet den schlechtesten Standart, es ist unflexibel und desintegriert die Menschen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Ziel wäre das denkbar schlechteste Ergebnis gewesen. Zumindest dieses Ziel wurde erreicht.


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Ihr Stadtvertreter für Kaltenkirchen


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